Straßburg, 15. März 1776

Jakob Michael Reinhold Lenz an Johann Georg Zimmermann (⁠ ⁠Hannover⁠ ⁠)
Empf. 23. März 1776.
D 15ten Merz
Eine Reise deren Folgen für mein Vaterland wichtiger als für mich seyn werden, zwingt mich bester der Menschen Sie zu beschwören daß Sie bey Herrn Reich alles anwenden mir das Geld das er für die Soldaten versprochen, sogleich durch Ihre gütige Vermittlung zu übermachen und zwar unter dem Couvert des Herrn Merk in Darmstadt mit dem ich deswegen schon die gehörige Abrede genommen. Sollte es auch unter der mir schmerzlichen Bedingung seyn, daß er das Stück schon auf Oster bekannt machen müßte.
Ich brauche Geld nöthiger als das Leben und das zu einem entscheidenden Augenblick der hernach nicht wiederkommt. Könnt’ ich auch für die andere Piece etwas vorausbezahlt bekommen von der Ihnen Boje gesagt haben wird so geschäh mir auf ewig eine Wohlthat. Ich bin auf der Hälfte des Weges der meine Laufbahn endet – und komme zu kurz. Helfen Sie!
Ihrem
aufs Äusserste gebrachten
JMRLenz.
Richten Sie den Brief nur an Herrn Merk in Darmstadt.
Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens:
Herrn
Herrn Leibarzt
Zimmermann
in Hannover

Provenienz

Berlin, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft, Slg. Weinhold, Nr. 792. Handschriftlicher Vermerk auf dem Umschlag „St“; „üFürth“, „4“, unentzifferter Vermerk; Stempel „DEKEHL“, rotes Siegel.

Textverlust

Textverlust durch Ausriss.

Hände

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Straßburg, an Johann Georg Zimmermann, Hannover, 15.03.1776, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/134/]