Weimar, Ende April 1776

Jakob Michael Reinhold Lenz an Friedrich Wilhelm Gotter (⁠ ⁠Gotha⁠ ⁠)
Sie sind über Vermuthen geschwinde weggereist lieber Gotter! und ich habe sehr bedauert, daß wir einander so wenig haben geniessen können.
Schicken Sie mir doch einmal einige von Ihren Sachen: Sie können sich drauf verlassen daß ich den behutsamsten und Ihnen gelegensten Gebrauch davon machen werde.
Wenn Sie einen Abdruck von den Algierern haben, bitt ich mir ihn doch auch aus. Das Stück war eigentlich für gegenwärtige Zeitläufte geschrieben und verliert wenn es liegen bleibt.
Meinen Empfehl der Demoiselle Schwester auch wenn Sie nach Lion schreiben den liebenswürdigen deutschen Damen in Frankreich.
Lenz.
Sollten Sie ein Exemplar des barbier de Seville besitzen so bitt ich Sie doch sehr es mir gütigst auf 8 Tage zu leyhen. Die Herzoginn Mutter ist sehr verliebt drinn und ich hab ihrs zu übersetzen versprochen damit wirs hier aufführen können.
Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens:
Herrn
Herrn Gotter
Archivarius
in Gotha.

Provenienz

Kraków, Biblioteka Jagiellońska, Lenziana 5, Nr. 7. Handschriftlicher Vermerk auf dem Umschlag „franco“ und „13“; rotes Siegel.

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Weimar, an Friedrich Wilhelm Gotter, Gotha, Ende April 1776, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/168/]