Schweiz, Spätsommer 1777

Jakob Michael Reinhold Lenz an Charlotte von Stein (⁠ ⁠Weimar⁠ ⁠)
Hier, gnädige Frau, eine kleine Scharteke, in der ich mich an allen Ecken und Enden selbst abgemalt habe, zufrieden, wenn in unserm so Schmerz- als Scherzbaren Jahrhundert wo ein jedes unter und ausser der Last seiner Pflichten hinschleicht, als ob eine Welt auf ihm allein läge, ich meinen Freunden wenigstens ein wenig das Zwerchfell zu erleichtern im Stande bin.
Ew. Gnaden ergebenster Diener Lenz.
Meine zweite Reise in die Schweitz war an neuen Gegenständen und sonderbaren Schicksalen noch mannichfaltiger als die erste. Vielleicht unterhalt ich Ew. Gnaden ein andermal damit. Sagen Sie Goethen, ich hab ihn zu grüssen von der Reise und den Leuten die ihn drin haben sehn.

Provenienz

Schmidt, Erich: Lenziana, in: Sitzungsberichte der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Jg. 1901, 41. Stück: Gesammtsitzung, 24. October, S. 1017; Freye/Stammler, Band 2, S. 98, hat andere Lesarten; Entwurf. Beilage nicht ermittelt.

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Schweiz, an Charlotte von Stein, Weimar, Spätsommer 1777, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/296/]