Zürich, 24. Januar 1776

Johann Caspar Lavater an Jakob Michael Reinhold Lenz (⁠ ⁠Straßburg⁠ ⁠)
Liebster Lenz,
Dank für Deine Herzens Brief, Deine Herzenssachen. Nur dieß: wie kann ich den Schatten verlangen? vielleicht, wenn Du mir die Person nennest – kann ich, darf ich an sie schreiben? Sag mir, was Du willst u: kannst. Dein Petrarch ist endlich fertig. Aber hinten am Bücher Catalog, ist zum toll lachen.
Friz Stollberg (Porträte von beyden bekommst Du durch Emmerich!) ist Cammerherr in Weymar. Bravißimo. Wann kommst Du? Du – u: Zimmermann. Schloßers Epistel herrlich, göttlich .... aber nicht ganz. Muß alles ungöttliche weg. Solche Sachen halb, sind sehr schädlich. Soviel dießmal. Adieu. Paßavant ist wol u: brav, und ich ein zertretner Wurm –
D 24. Jan: 76.
J. C. L.

Provenienz

Zürich, Zentralbibliothek, FA Lav. Ms. 572, Nr. 23, zg. Abschrift.

ZitationQuelle

Johann Caspar Lavater, Zürich, an Jakob Michael Reinhold Lenz, Straßburg, 24.01.1776, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/104/]