Straßburg, Ende Februar 1776 [empfangen am 6. März]

Jakob Michael Reinhold Lenz an Johann Georg Zimmermann (⁠ ⁠Hannover⁠ ⁠)
Es hat mich gefreuet und geschreckt, daß die Soldaten bereits gedruckt werden. Indessen da es so ist, so hat es wohl so seyn müssen. Nur hab’ ich höchst wichtige Ursachen (nicht des Eigennutzes allein, sondern etwas mehrern) meinen Namen nicht bekannt werden zu lassen. Wollten Sie also die einzige Gewogenheit für mich haben, Herrn Reich zu bitten, daß er, um alles desto besser zu maskiren, auf den Titel setze: eine Komödie von Steenkerk aus Amsterdam; der drolligte Name wird nichts zu sagen haben, er hebt alle meine Privatbesorgnisse alIein. In der Folge wird es sich erweisen, warum diese Vorsicht nöthig war, und jeder Menschenfreund wird mir Recht geben. Auch bitte ich Herrn Reich meinen Namen nie zu nennen, denn Buchhändler schweigen nicht gerne, mag ihr persönlicher Charakter noch so edel sein. Wie können sie’s auch wissen oder ahnden, was für Wunden sie oft dem Verfasser schlagen.

Provenienz

Karl Buchner: Aus dem Verkehr einer deutschen Buchhandlung mit ihren Schriftstellern. Berlin 1873, S. 59f.

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Straßburg, an Johann Georg Zimmermann, Hannover, Ende Februar 1776 [empfangen am 6. März], in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/116/]