Weimar, April 1776

Jakob Michael Reinhold Lenz an Johann Caspar Lavater (⁠ ⁠Zürich⁠ ⁠)
Ja L.! sie hat Dir das Portrait zugedacht u: geschenkt, u: Du must Dich bey ihr dafür bedanken. Verzeih mir m: Wildheit, u: Unbesonnenheit, daß ich Dir die Nachricht nicht eher gegeben. Auch verdien ich freylich das Portrait nicht, aber ich weiß Du schikst mirs aus Gnaden.
Ich werde täglich inniger u: vertrauter mit dem Herzog der einer der besten Menschen auf unserm Leidenshügel ist. Aber was hilfts mir? desto weher thut die Trennung. Und getrennt muß es seyn. Verzeih mir mein öfteres Schreiben. Du wird die Ursache leicht begreifen – Auch das ist Menschheit. Sonst dacht ich freylich lieber an Dich als ich Dir schrieb.

Provenienz

Zürich, Zentralbibliothek, FA Lav. Ms. 594.12 (1), Exzerptheft von Lavaters Hand.

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Weimar, an Johann Caspar Lavater, Zürich, April 1776, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/154/]