Berka, Juli 1776

Jakob Michael Reinhold Lenz an Johann Wolfgang Goethe (⁠ ⁠Weimar⁠ ⁠)
Verbrenne dies Billet.
Wolltest Du doch das dem Herrn weisen Liebgen, wenn Du meynst daß es ihm Spas machen kann.
Sag mir doch, ob es ein Utopisches Projeckt wäre eine Handlung zwischen Frankreich und Weymar anzuspinnen. Wenn in W. eine Messe angelegt würde für französische Kaufleute, Manufaktürieurs – laß seyn daß im Anfang die Balanz auf ihrer Seite wäre, es liessen sich mit der Zeit wol einige hier nieder und die Gäste – sollten auch willkommen seyn. Ihr könntet ja um das zu erhalten, wenn sie erst im Train drin sind auf einmal die Einfuhr fremder Waaren mit höheren Zöllen belegen. Ihr seyd hier im Herzen von Deutschland und stoßt an viel Länder die noch ärmer an Industrie sind als ihr. – Frankreich willig
Ob der Herzog des wegen Verträgen mit den übrigen Sächsischen Höfen besonders mit Chursachsen thun dürfe, geht mich nichts an.
Das wird wenigstens keinem Vertrage zu wieder seyn daß er Manufakturisten ins Land zieht. Und von wem hat Deutschland die je erhalten als aus Fr. Auch können keine andere in ihren Preisen so mässig seyn, weil sie mit dem compendio virium nicht arbeiten

Provenienz

Tallinn, Eesti Ajaloomuuseum, Fondi 61, Nimistu 1, S/Ü 23, Bl. 36.

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Berka, an Johann Wolfgang Goethe, Weimar, Juli 1776, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/210/]