Zürich, 2. Juni 1777

Jakob Michael Reinhold Lenz an Jakob Sarasin (⁠ ⁠Basel⁠ ⁠)
In höchster Eil Bester! kann ich Ihnen Abends um 12 Uhr vor einer Abreise die Morgen um 4 schon vor sich gehen soll in die wilden Cantons – nur einige Scenen von unserm Stück schicken, aus denen Sie das Ganze unmöglich noch beurtheilen können. Die Rollen die hier sind macht Herr Iselin Ihre Frau und wer die erste zweyte Liebhaberrolle kriegt – die erste bekommen Sie und zwar erst im zweyten Ackt, das Theater verwandelt sich dann in ein Zimmer
Wie Ihr Brief mir wohlgethan mag Ihnen Herr Füeßli sagen. Ich wünschte Sie schickten mir oft eine so launichte Basler chronick besonders jetzt auf die Alpen.
Nach Bern komm ich sobald nicht. Wenn ich vom Gotthard wiederkomme, welches in 14 Tagen aufs längste ist, sollen Sie mehr von unserm Spiel zu sehen bekommen. Unterdessen herzlich umarmt von
Ihrem
Diener L.
geben Sie die Rolle Ihrer Frau und sorgen Sie doch, daß sie allemorgen etwas davon einnimmt, etwa wie Latwerge in Thée.

Provenienz

Basel, Staatsarchiv, PA 212 F 11, 27, 10, Nr. 2.

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Zürich, an Jakob Sarasin, Basel, 02.06.1777, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/284/]