Unbekannter Ort; nach der Abreise aus Aya [Ahja], wahrscheinlich September/Oktober 1780

Jakob Michael Reinhold Lenz an Eina [Julie von Albedyll] (⁠ ⁠Aya [Ahja]⁠ ⁠)
S. t.
Liebe Eina! mein Vater hätte keinen bessern Advokaten wählen können als Sie. Auch haben Sie Ihre Zeit sehr wohl abgepaßt und diese Feinheit die ich in Ihrem Karakter so wenig gewohnt war – doch ich irre mich vielleicht, gewiß. Mein Herz das Ihren Bruder überall ahndet, o wenn man jemand fürchtet, so sieht man ihn überall
Liebe Eina! mein Vater hätte keinen bessern Advokaten wählen können. Auch haben Sie Ihre Zeit sehr wohl abgepaßt und diese Feinheit die ich sonst in Ihrem Karackter so wenig gewohnt war, hätte mich bald vollends auf die Gedanken gebracht – zu einer Zeit Eina! da ich die Trennung von Ihnen so lebhaft fühle, so wenig im Stande bin mich zu vertheidigen. Oder glaubten Sie vielleicht die Wunde auf die man schlägt, blute weniger

Provenienz

Kraków, Biblioteka Jagiellońska, Lenziana 5, Nr. 37; zwei Entwürfe.

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Unbekannter Ort, an Eina [Julie von Albedyll] , Aya [Ahja], wahrscheinlich September/Oktober 1780, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/342/]