Straßburg, wahrscheinlich Juni 1775

Jakob Michael Reinhold Lenz an Johann Wolfgang Goethe (⁠ ⁠Frankfurt am Main⁠ ⁠)
vous pouvez vous fier a ma parole d’honneur que ladite feuille ne sera jamais publiée avec ma bonne volonté. Aussi n’etoit elle ecrite qu’ après le point de vue d’une grande partie de vos lecteurs, dont les caquets au sujet de vous et de vos ecrits ne parviennent jamais jusqu’a vous. Je n’aurois pas crú, que cela pourroit te faire quelque peine, je ne te l’ ai communiqué que pour sonder tes façons d’envisager ces choses lá, pour pouvoir a l’ avenir dire quelque chose de plus raisonnable la dessuzis. Voila mes intentions, j’ai tout employé de supprimer cela et je te puis assurer d’ avance qu’il ne verra jamais le jour. Nous en parlerons davantage.
Le.
Wurstfresser aus dem Scheishaus.
Eulenspiegel
Piphahn.
Fotzenhut
Margaretlin Madre de tuti I Santi
Dreckfincke
Galloch Schalloch
Saumagen
Leisekentritt. Schleicher.
Faselhans
Lasueangel. Laus. Angel.
Blaufincke – halb
Hengst mensch von einer Prinzeß
beym Freischmausen
Hundsfut Gast Rolle
Ahlke Pöleke die dumm ist und war
n’a …
Kropfliesgen. von Harz
Metze Dreyhaar Alte Hure Kupplerin
Schlinschlanschlodi, kommt von Akademien
Metze Magen Regenwurm
Ganz Magen

Provenienz

Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv, GSA 25/XXXIV,9,4, Bl. 4–6. Die Außenseiten des gefalteten Quartblattes wurden für ein Personenregister zu „Hanswursts Hochzeit“ verwendet.

Übersetzung

Sie können sich auf mein Ehrenwort verlassen, dass besagtes Blatt niemals mit meiner Zustimmung veröffentlicht werden wird. Es wurde nur vom Standpunkt des Großteils Ihrer Leser aus geschrieben, deren Geschwätz über Sie und Ihre Schriften niemals bis zu Ihnen durchdringt. Ich hätte nicht geglaubt, dass Dir das Kummer bereiten könnte, ich habe es Dir auch nur mitgeteilt, um zu ergründen, wie Du zu diesen Dingen stehst, um in Zukunft etwas Vernünftigeres darüber sagen zu können. Das sind meine Absichten, ich habe alles getan, um es zu unterdrücken und kann Dir im Voraus versichern, dass es niemals das Licht der Welt erblicken wird. Wir werden noch darüber sprechen.
Le.
Vielen Dank für die Mühe, die Sie sich mit den Lindaviana gegeben haben

Hände

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Straßburg, an Johann Wolfgang Goethe, Frankfurt am Main, wahrscheinlich Juni 1775, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/54/]