Straßburg, Anfang März 1776 [empfangen am 16. März]

Jakob Michael Reinhold Lenz an Heinrich Christian Boie (⁠ ⁠Hannover⁠ ⁠)
Empf. den 16ten März. 1776.
Ich danke Ihnen lieber wahrer warmer Freund! für alle Ihre freundschaftlichen, soll ich lieber sagen, patriotischen Mühwaltungen. Alles ist gegangen wie ichs wünschte und das, weil das Geschäft Ihnen anvertraut war. Lassen Sie die abgedruckten Exemplare alle zu sich kommen und heben Sie sie sorgfältiger als Schießpulver auf – # bis ich Ihnen sage was damit anzufangen. Eins möcht ich doch zur Probe haben mehrere Vertheidigungen aber halte ich mir ja aus. Der Verlust kränkt mich nicht, so beträchtlich er für einen Poeten ist. Und nun nehmen Sie nochmals meinen Dank und meinen Kuß und meine Umarmung für das Vollziehenhelfen einer Sache deren Folgen ich alle zu rechter Zeit zu benutzen wissen werde.
Jetzt will ich Ihnen gestehen, daß dem armen Hellwieg ohnehin bey den Wolken ein Nachdruck würde zuvorgeeilt seyn den ich mit allen Kräften die ich anwandte nicht würde haben verhindern können. Es hatte jemand durch die dritte Hand das Mskpt. bekommen eine Abschrift davon genommen und schrieb mir er würde es drucken lassen, ich möcht’s erlauben oder nicht. Jetzt ist auch das durch eine Aufopferung verhindert –

Provenienz

Kraków, Biblioteka Jagiellońska, Lenziana, Sammlung Autographa 1, Nr. 10.

Hände

ZitationQuelle

Jakob Michael Reinhold Lenz, Straßburg, an Heinrich Christian Boie, Hannover, 03.03.1776, in: Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritische Briefausgabe, hrsg. v. Gregor Babelotzky (Heidelberg 2026ff). [https://lenz-briefe.de/briefe/131/]